LICHT BLEIBT LEBEN

Wenn Pflanzen
auf Beute gehen.

Ein Blatt kann kleben, klappen oder zur Fallgrube werden. Entdecke drei Fangmethoden – und warum sich dieser Aufwand nicht überall lohnt.

VENUSFLIEGENFALLE

Ein Blatt klappt zu.

Berührungen der Fühlhaare können die Falle auslösen. Meist braucht es zwei Reize in kurzer Folge. Weitere Reize durch Beute fördern die Verdauung.

Offen und bereit.

Schematische SVG-Modelle, keine maßstäbliche Anatomie. Zeiten sind stark verändert: Das Zuklappen ist schnell, Einrollen und Verdauen dauern erheblich länger. Der Regler funktioniert auch ohne Animation.

Gab es sie schon immer?

Nein. Tierfang entstand im Laufe der Evolution mehrfach unabhängig in verschiedenen Gruppen von Blütenpflanzen. Ähnliche Lösungen, die getrennt entstehen, nennt man konvergente Evolution. Die heutigen Fallentypen sind keine Stufen einer einzigen Entwicklungsleiter. Seltene Fossilien und Vergleiche des Erbguts helfen, ihre Geschichte zu erforschen; einen exakten Geburtstag aller fleischfressenden Pflanzen gibt es nicht.

Forschung zur Evolutionsgeschichte ↗
Warum fangen Pflanzen Tiere?

Viele leben auf nährstoffarmen, feuchten Böden. Beute ergänzt unter anderem Stickstoff und Phosphor – Baustoffe für Wachstum und Stoffwechsel. Fotosynthese, also die Herstellung von Zucker mithilfe von Licht, bleibt wesentlich. Fallen kosten Material und Energie; oft können Fangblätter weniger wirksam Fotosynthese betreiben als gewöhnliche Blätter.

Das Experiment zeigt deshalb günstige und ungünstige Voraussetzungen statt erfundener Prozentwerte. Bei Lichtmangel lässt sich fehlende Energie nicht einfach durch mehr Beute ersetzen. Nährstoffreicher Boden verringert den zusätzlichen Vorteil des Tierfangs, macht jedoch nicht jede Falle sofort nutzlos.

Fütterung und Fotosynthese im Experiment ↗
Was passiert mit der Beute?

Die Fallen sind umgebildete Blätter. Beim Sonnentau können sich Drüsenhaare und Blatt langsam zur Beute biegen; bei Kannenpflanzen bleibt die Fallgrube offen. Enzyme sind Stoffe, die chemische Reaktionen beschleunigen. Sie helfen, Beute zu zerlegen; gelöste Nährstoffe können aufgenommen werden. Je nach Pflanzenart wirken auch Mikroorganismen mit. Die Animation endet beim Fang und bildet die Verdauung nicht zeitgetreu ab.

Fallentypen bei Kew ↗ Mehr über Pflanzenbewegungen ↗